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Die Problemlöserin

25.04.2012

Die neue Bürgerreferentin Claudia Molitor testet elektronisches Beschwerdesystem

Claudia Molitor und Philipp Epstein stellen die Seite vor. Foto: M. SchickClaudia Molitor ist eine „Navigatorin“. Das ist keine neue Berufsbezeichnung, sondern ein Versuch, ihre Aufgaben ein wenig anschaulich zu beschreiben. Sie soll Bad Homburgs Bürger durch den Verwaltungsdschungel navigieren. Offiziell ist sie die „Bürgerreferentin“ der Stadt, hält aber ganz sicher keine Referate vor Bürgern. Sie ist die, die zuhört, wenn sich jemand über angebliche oder tatsächliche Missstände beschweren will und kümmert sich um die richtigen Ansprechpartner im Rathaus.

Sie sei „ruhig und besonnen“ sagt ihr Chef, Bürgermeister Karl-Heinz Krug, der seit seinem Amtsantritt Mitte Februar für das Bürgerreferat zuständige Dezernent.

Seit 1991 arbeitet Molitor bereits in der Stadtverwaltung, hat viele Abteilungen kennengelernt, auch das Vorzimmer von zwei Oberbürgermeistern, des aktuellen und seiner Vorgängerin.

„Für die Bürger ist die Verwaltung eine Blackbox“, sagt Krug. Claudia Molitor ist also die Frau, die Licht ins Dunkel bringt. Manchmal macht sie das sogar wörtlich, denn gelegentlich rufen Menschen an, die Bescheid sagen wollen, wo eine Straßenlaterne nicht mehr brennt. Auch Ampeln außer Betrieb oder Schlaglöcher mitten auf der Straße bewegen die Gemüter der Bürger. Die meisten Beschwerden hat sie seit ihrem Arbeitsbeginn am 14. Februar über die Erhöhung der Grundsteuer und die Ausdehnung der Parkzone Süd entgegennehmen müssen.

„Pendler beschweren sich, dass sie dort jetzt fürs Parken zahlen müssen, aber für die Anwohner kann die Gebühr nicht hoch genug sein, damit sie endlich einen Parkplatz vor der eigenen Haustür finden.

Nun sollen all diese Beschwerden nicht mehr nur per Telefon möglich sein, sondern auch mit wenigen Klicks im Internet. Der 19-jährige Philipp Epstein hat zusammen mit einem Programmierer eine Internet-Plattform entwickelt, auf der man Beschwerden und Anregungen ganz schnell vorbringen kann. „Das Ziel ist, eine saubere und sichere Stadt zu haben“, sagt der Humboldtschüler, der gerade sein Abitur macht und anschließend Wirtschaftsinformatik studieren will.

Eine Stadtverwaltung schaffe es alleine gar nicht, alle Probleme im Blick zu behalten, sagt Epstein. Auf der interaktiven Seite kann man mit Hilfe von farbigen Fähnchen sofort sehen, an welcher Stelle es ein Problem gibt und ob die Verwaltung darauf bereits reagiert und Abhilfe geschaffen hat. Seit Ende 2011 entwickelt Epstein das System. Bad Homburg ist die erste Stadt, die mit ihm zusammenarbeitet. Er will das Angebot aber auch für andere Städte in der Region ausweiten.

Epstein will für seine Version der elektronischen „Meckerecke“ für Bürger auch noch eine mobile Applikation fürs Smartphone entwickeln. Für Bürger und Stadtverwaltung ist der Service kostenlos. Der angehende Student hofft, das Ganze später mit Werbung finanzieren zu können. Für seine Seite hat er selbst bereits einen Werbeslogan parat: Im Idealfall führe sie dazu, dass ein Problem in der Stadt „gesehen, gemeldet und gelöst“ werde.

In Bad Homburg will man das System jetzt erst einmal testen. Die Mehrzahl der Bürger, die sich beschweren wollen, greifen bislang noch zum Telefon.

Autor: Martina Propson-Hauck

Quelle:Frankfurter Rundschau

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